Glossar

Brix-Level: Der Brix Level ist der Prozentsatz an Feststoffen – hauptsächlich Zucker und Mineralstoffe – im Saft einer Pflanze oder Frucht, die mit einem Refraktometer gemessen wird. Der Brix Level gibt Auskunft über die Qualität der Früchte (Zuckergehalt, Mineralstoffe, Spurenelemente)

CEC-Wert oder KAK-Wert: Kationenaustauschkapazität beschreibt die Anzahl der negativen Bindungsplätze von Kationenaustauschern im Boden und gibt Auskunft darüber wie viele positiv geladene Ionen (Kationen: Ca, Fe, H, Mg,…) vom Boden aufgenommen werden können.

Fulvine/Fulvinsäure: Fulvine sind Fulvinsäuren mit Salzen und den Humaten (Huminstoffe) sehr ähnlich. Jedes Molekül kann sich an 40 bis 60 Moleküle zahlreicher Mikronährstoffe anhängen, damit die Kationenaustauschkapazität (CEC) erhöhen und somit die Bodenfruchtbarkeit für besseres Pflanzenwachstum und Wasserqualität. Diese Eigenschaft macht es zu einer besseren Trägersubstanz für den Kationenaustausch. Fulvine waschen sich aus und müssen daher immer wieder eingebracht werden.

Humate/Huminsäure: Humate sind Huminsäuren mit einem Salz, wie z.B. Natriumhydroxid (NaOH). Sie ermöglichen der Pflanze über die Wurzeln Nahrung aufzunehmen (ein Prozess der als Chelation bekannt ist). Humate erhöhen die Zellenergie der Pflanze, indem sie die Kationenaustauschkapazität (CEC) steigern und helfen das Wurzelsystem schneller zu entwickeln. Die Synthese von Chlorophyl, Zucker, Vitaminen, essentiellen Aminosäuren und Ölen wird beschleunigt und die Durchlässigkeit der Zellmembran erhöht. Humate bilden nicht-lösliche Verbindungen mit giftigen Schwermetallen und blockieren somit die Aufnahme von Blei, Quecksilber, Chrom und Cadmium in die Pflanzenzellen. Jüngste Forschungsergebnisse legen nahe das Humate die negativen Effekte von wiederholten Pestizidanwendungen neutralisieren.

Hyphen: Lange, verzweigte, fadenförmige Strukturen für den Nährstoff- und Wassertransport im Boden.  Sind hauptsächlich in Pilzen und Aktinobakterien zu finden. Hyphen stellen den Großteil vegetativen Wachstums auf unserem Planeten dar und werden kollektiv als Myzel bezeichnet.

Kohlenstoff: Besteht zum größten Teil aus abgebautem Pflanzenmaterial. Welches in Kohlendioxid umgewandelt und gelangt so wieder in die Luft gelangt. In Wüsten gibt es kaum Kohlenstoff im Boden, in sommergrünen Wäldern relativ viel. Kohlenstoff gewinnt immer mehr an Aufmerksamkeit und Bedeutung im Landbau und Agrarsektor, durch seine Eigenschaften Erde zu binden, Bildung von Kolloiden, Glomalin und Biokohle.

Mikroorganismen: Organismen welche nur unter dem Mikroskop  erkennbar sind (z.B. Protozoen, Bakterien und Pilze). Werden auch als “Zersetzer” bezeichnet. Ihre primäre Funktion in der Erde ist es Kohlenstoff und andere Mikronährstoffe zu mineralisieren. Sie übernehmen viele weitere Aufgaben, wie etwa die immunologische Reaktion der Pflanzen zu heben oder Feuchtigkeit zu speichern.

Mikronährstoffe: Diese sind Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, im Gegensatz zu Makronährstoffen. Diese Nährstoffe wurden oft übersehen in der grünen Agrar Revolution. Nichtsdestotrotz sind sie lebensnotwendig für das Immunsystem der Pflanzen (Boron, Mangan), Energiegewinnung (Magnesium, Eisen) und Chelation. In der Vergangenheit wurden von Bodenwissenschaftlern nur die Makronährstoffe berücksichtigt, die die Pflanze braucht. Heute, wo wir die Symbiose zwischen Mikroorganismen und den Wurzelnetzwerken der Pflanzen besser verstehen, wissen wir das Mikronährstoffe (wie Präbiotika) eine sehr große Rolle für die Bodengesundheit spielen.

Mykorrhiza: Als Mykorrhiza bezeichnet man eine Form von Symbiose zwischen Pilzen und Pflanzen. Bei dieser Symbiose ist ein Pilz mit dem Feinwurzelsystem einer Pflanze in Kontakt. Mykorrhizapilze liefern der Pflanze Nährsalze und Wasser und erhalten ihrerseits einen Teil der durch die Photosynthese der (grünen) Pflanzen erzeugten Assimilate. In einem Buchenwald wird etwa ein Drittel der Photosynthese-Produkte durch die Mykorrhizapilze verbraucht. Im Gegensatz zu anderen Bodenpilzen fehlen vielen Mykorrhizapilzen Enzyme, die nötig wären, um komplexe Kohlenhydrate abzubauen. Darum sind diese auf die Versorgung durch die Pflanze angewiesen. Die Mykorrhizapilze verfügen über ein im Vergleich zur Pflanze erheblich größeres Vermögen, Mineralstoffe und Wasser aus dem Boden zu lösen. Häufig wird die Wasser-, Stickstoff- und Phosphat-Versorgung der  Pflanzen verbessert. Weiterhin bietet die Mykorrhizierung einen gewissen Schutz vor Wurzelpathogenen und oberirdischen Schädlingen, wie beispielsweise Blattläusen oder schädlichen Pilzinfektionen. Zudem erhöht sie auch die Trockenresistenz der Pflanzen.

Nematoden: Nematoden, auch Fadenwürmer oder Älchen genannt, gehören zu der arten- und individuenreichsten Tiergruppe der Welt. Bei den wurmförmigen Tieren handelt es sich um meist nur wenige Millimeter große, weiße bis farblose Organismen. Nematoden umfassen sowohl frei lebende, räuberische Formen, als auch Formen die in fast allen Arten von Landpflanzen und Tieren parasitieren. Es gibt sowohl nützliche Fadenwürmer, als auch schädliche. Schädigende Nematoden sind in der Lage Wurzelsysteme von Pflanzen zu zerstören. In einem mikrobenreichen Boden können diese neutralisiert werden und als Stickstoffquelle für den Pilz und die Kultur fungieren.

N-P-K: Ist die Abkürzung für Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) .

Im Allgemeinen hilft Stickstoff das Blattwerk der Pflanzen zu verbessern – es wirkt grüner und voluminöser. Zuviel Stickstoff in der Pflanze macht sie anfällig für Krankheiten und Insektenattacken außerdem führt überschüssiger Stickstoff zu einer Belastung des Grundwassers, Algenbelastung und Toxizität. Phosphor hilft den Wurzeln und Blüten sich zu entwickeln und Kalium ist wichtig für die allgemeine Pflanzengesundheit.

Die Agrarindustrie hat diese 3 Nährstoffen so sehr in den Mittelpunkt gerückt das dabei das tiefere Verständnis von Nährstoffen wie Schwefel, Wasserstoff, Sauerstoff, Kohlenstoff, Magnesium und vielen mehr zu kurz gekommen ist.

Pilze: Eukaryotische einzellige oder mehrzellige Organismen welche sich  durch Zersetzung und Absorption von organischem Material in dem sie wachsen ernähren. Eine umgangssprachliche Unterteilung erfolgt oft in Pilze, Hefen und Schimmel.  Agrar- und bodenwissenschaftlich ist eine Unterteilung in saprophytische und mykorrhizale Pilze gebräuchlich. Die wichtigsten Unterschiede sind wie sie sich ausbreiten und in manchen Fällen vermehren. Eine häufige Fehlwahrnehmung ist es das Pilze als Pilzkappen auftreten, was nur einen geringen Teil des Lebenszyklus darstellt, und auch nur bei einer geringen Anzahl der Pilze. Die Mehrheit der Pilze ist ausschließlich im Erdreich und ohne ein Mikroskop nicht zu finden.